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Bewerbung als Quereinsteiger – Muster und Formulierungen

Aktualisiert am 10.10.2026Muster mit erfundenen Daten

In der Bewerbung als Quereinsteiger überzeugen Sie mit übertragbaren Fähigkeiten statt mit dem passenden Abschluss. Erklären Sie positiv, warum Sie wechseln, zeigen Sie mit konkreten Beispielen, was Sie aus Ihrem bisherigen Beruf mitbringen, und belegen Sie Ihre Vorbereitung mit Weiterbildungen. Das Muster unten zeigt, wie das aussieht.

Muster: QuereinstiegWordPDFIm Generator anpassen

Katharina MeyerKastanienallee 5 · 50733 Köln
0163 89012345 · katharina.meyer@example.de

Rheinblick Software GmbH
Herrn Stefan Wolf
Mediapark 12
50670 Köln

Köln, 10. Oktober 2026

Bewerbung als Customer Success Managerin (Quereinstieg)
Ihre Anzeige auf Ihrer Karriereseite

Sehr geehrter Herr Wolf,

acht Jahre lang habe ich als Grundschullehrerin Inhalte so erklärt, dass sie jeder versteht – und dabei gemerkt, wie gern ich mit digitalen Werkzeugen arbeite. Als Customer Success Managerin möchte ich genau diese beiden Stärken verbinden. In Ihrer Anzeige schreiben Sie ausdrücklich, dass Sie Quereinsteigerinnen willkommen heißen.

An meiner Schule war ich drei Jahre lang Ansprechpartnerin für die Lernplattform: Ich habe das Kollegium geschult, Fragen von Eltern beantwortet und Probleme mit dem Anbieter geklärt. Für 30 Lehrkräfte habe ich kurze Anleitungsvideos erstellt, die heute noch genutzt werden. Dabei habe ich gelernt, geduldig zuzuhören, Wünsche zu sortieren und Lösungen verständlich zu erklären.

Um mich auf den Wechsel vorzubereiten, habe ich 2026 eine Weiterbildung zum Customer Success Management abgeschlossen und arbeite mich gerade in Hubspot und Zendesk ein.

Ich kann zum 1. Februar 2027 beginnen. Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 48.000 Euro brutto im Jahr. Über ein Gespräch, in dem ich Sie von meinem Wechsel überzeugen kann, freue ich mich.

Mit freundlichen Grüßen

Katharina Meyer

Anlagen: Lebenslauf, Zertifikat Customer Success Management, Arbeitszeugnis

Was Personaler bei Quereinsteigern wissen wollen

Wer sich ohne die übliche Ausbildung oder das passende Studium bewirbt, muss im Anschreiben drei Fragen beantworten, bevor sie überhaupt gestellt werden: Warum wechseln Sie? Was können Sie schon? Und wie schließen Sie die Lücken? Gelingt das, wird Ihr ungewöhnlicher Weg zum Pluspunkt. Sie bringen Erfahrungen und Blickwinkel mit, die im neuen Team niemand hat.

Formal unterscheidet sich das Anschreiben nicht von anderen Bewerbungen: höchstens eine Seite, klarer Betreff, persönliche Anrede, Einleitung, Hauptteil, Schluss. Den Aufbau erklärt unsere Seite Aufbau des Bewerbungsschreibens. Den Unterschied macht die Argumentation. Ein Hinweis wie „(Quereinstieg)“ im Betreff ist möglich, wenn die Anzeige Quereinsteiger ausdrücklich anspricht – so ist von Anfang an klar, dass Sie die Lage kennen.

Übertragbare Fähigkeiten finden und belegen

Übertragbare Fähigkeiten sind alles, was Sie im alten Beruf gelernt haben und im neuen brauchen. Oft sind es mehr, als man zunächst denkt. Gehen Sie die Stellenanzeige Zeile für Zeile durch und suchen Sie für jede Anforderung ein Beispiel aus Ihrem bisherigen Arbeitsalltag.

Bisheriger BerufErfahrungPasst zum Beispiel zu
LehrerinInhalte verständlich erklären, Gruppen leiten, Eltern beratenKundenbetreuung, Schulung, Personalentwicklung
EinzelhandelKundengespräche, Kasse, WarenwirtschaftVertrieb, Kundenservice, Disposition
PflegekraftDokumentation, Schichtplanung, Gespräche mit AngehörigenVerwaltung im Gesundheitswesen, Qualitätsmanagement
HandwerkerTechnisches Verständnis, Angebote, BaustellenkoordinationTechnischer Vertrieb, Projektleitung, Arbeitsvorbereitung
GastronomieBelastbarkeit, Teamführung, Einkauf und KalkulationEventmanagement, Filialleitung, Einkauf

Wichtig ist der Beleg. „Ich bin kommunikationsstark“ glaubt niemand ohne Beispiel. „Für 30 Lehrkräfte habe ich Anleitungsvideos zur Lernplattform erstellt, die heute noch genutzt werden“ zeigt dagegen genau, was Sie können. Nennen Sie Zahlen, Ergebnisse und Verantwortung. Weitere Ideen für solche Sätze finden Sie unter Bewerbung Formulierungen.

Den Wechselgrund positiv formulieren

Jeder Personaler fragt sich, warum Sie Ihren bisherigen Beruf aufgeben. Beantworten Sie das selbst – und zwar mit dem, wohin Sie wollen, nicht mit dem, wovon Sie weg wollen. Frust über Schichtdienst, Chefs oder Bezahlung mag ehrlich sein, wirkt im Anschreiben aber negativ und wirft Fragen auf. Ein Wechselgrund überzeugt, wenn er nachvollziehbar ist und eine Linie erkennen lässt: Eine Aufgabe im alten Job hat Sie besonders begeistert, und genau diese wollen Sie zum Beruf machen.

Den Wechselgrund bringen Sie am besten schon in der Einleitung unter, denn dort entscheidet sich, ob weitergelesen wird. Wie ein starker erster Satz klingt, zeigt die Seite Einleitung der Bewerbung.

So nicht
  • Nach zehn Jahren im Einzelhandel habe ich keine Lust mehr auf Samstagsarbeit.
  • Leider habe ich keine Ausbildung in diesem Bereich, aber ich lerne schnell.
So besser
  • In zehn Jahren im Einzelhandel war die Warenwirtschaft mein Lieblingsbereich – diese Arbeit möchte ich jetzt als Disponent zu meinem Beruf machen.
  • Meine Erfahrung aus zehn Jahren Kundenkontakt und eine abgeschlossene Weiterbildung in Logistik bringe ich direkt in Ihr Team ein.
Achtung

Entschuldigen Sie sich nicht für den Quereinstieg. Formulierungen wie „obwohl ich nur …“ oder „auch wenn mir die Erfahrung fehlt“ lenken den Blick auf Lücken statt auf Stärken.

Weiterbildungen und Vorbereitung zeigen

Nichts belegt Ihren Willen zum Wechsel so gut wie eigene Schritte in die neue Richtung. Dazu zählen Weiterbildungen, Zertifikate und Kurse, aber auch Nebentätigkeiten, ehrenamtliche Projekte oder ein Praktikum in der neuen Branche. Nennen Sie im Anschreiben die wichtigste Weiterbildung mit Abschlussjahr und erklären Sie in einem Halbsatz, was Sie dort gelernt haben. Die Nachweise legen Sie als Anlage bei.

Läuft eine Weiterbildung noch, schreiben Sie das offen mit dem voraussichtlichen Abschluss. Auch Selbststudium zählt, wenn Sie es konkret machen: „Ich arbeite mich gerade in Hubspot und Zendesk ein“ ist glaubwürdiger als „Ich bilde mich ständig weiter“. Im Lebenslauf bekommen Weiterbildungen einen eigenen Abschnitt, damit sie nicht zwischen den Stationen untergehen.

Die passende Bewerbungsform wählen

Viele Quereinsteiger finden ihre Stelle nicht über Anzeigen, sondern über eine Initiativbewerbung. Das bietet sich an, wenn Sie eine bestimmte Firma im Blick haben oder über Kontakte von einer Lücke im Team erfahren. Dann ist es umso wichtiger, das eigene Angebot klar zu benennen: welche Aufgabe, welche Erfahrung, ab wann.

Sätze zum Kopieren

  • Acht Jahre lang habe ich als Grundschullehrerin komplexe Inhalte verständlich erklärt – diese Stärke möchte ich nun in der Kundenschulung einsetzen.
  • In Ihrer Anzeige schreiben Sie, dass Sie Quereinsteigerinnen willkommen heißen. Genau diese Chance möchte ich nutzen.
  • Was mich in meinem bisherigen Beruf am meisten begeistert hat, war die Planung von Projekten. Deshalb möchte ich mich jetzt als Projektkoordinator weiterentwickeln.
  • Um mich gezielt auf den Wechsel vorzubereiten, habe ich 2026 eine Weiterbildung im Bereich Buchhaltung mit Zertifikat abgeschlossen.
  • Aus der Pflege bringe ich Belastbarkeit, Sorgfalt in der Dokumentation und Erfahrung in schwierigen Gesprächen mit.
  • Meine Erfahrung aus einer anderen Branche ermöglicht mir einen frischen Blick auf Ihre Abläufe.
  • Über ein Gespräch, in dem ich Sie von meinem Wechsel überzeugen kann, freue ich mich.

Für den letzten Absatz mit Eintrittstermin und Gehaltsvorstellung finden Sie weitere Bausteine auf der Seite Schlusssatz der Bewerbung. Ihren eigenen Entwurf bauen Sie am schnellsten im Anschreiben-Generator zusammen.

Lebenslauf und Form

Im Lebenslauf sollten die Stationen, die zur neuen Stelle passen, am deutlichsten sichtbar sein. Formulieren Sie die Aufgaben je Station so, dass die übertragbaren Fähigkeiten herausstechen – nicht alles, was Sie je gemacht haben, sondern das, was für den neuen Beruf zählt. Für die Form des Anschreibens, also Ränder, Abstände und Anschriftfeld, finden Sie auf din5008.net eine Anleitung: Bewerbung nach DIN 5008 gestalten.

Häufige Fragen zur Bewerbung als Quereinsteiger

Sollte ich den Quereinstieg im Anschreiben offen ansprechen?

Ja. Der Lebenslauf verrät den Wechsel ohnehin. Wenn Sie ihn selbst erklären, bestimmen Sie die Deutung: Sie zeigen, warum der Wechsel folgerichtig ist und was Sie mitbringen.

Wie begründe ich einen Berufswechsel positiv?

Erklären Sie, was Sie an der neuen Aufgabe reizt, und verbinden Sie es mit einer Erfahrung aus Ihrem bisherigen Beruf. Kritik am alten Arbeitgeber oder an Arbeitsbedingungen lassen Sie weg.

Kann ich mich als Quereinsteiger auf Stellen ohne entsprechenden Hinweis bewerben?

Ja. Entscheidend ist, wie viele Anforderungen Sie mit Erfahrung oder Weiterbildung abdecken. Zeigen Sie im Anschreiben genau diese Übereinstimmungen und sagen Sie, wie Sie die übrigen Lücken schließen.

Welche Gehaltsvorstellung gebe ich als Quereinsteiger an?

Orientieren Sie sich am Einstiegsgehalt der neuen Branche, nicht an Ihrem bisherigen Gehalt. Nennen Sie eine konkrete Jahressumme brutto, wenn die Anzeige danach fragt, und bleiben Sie im Gespräch verhandlungsbereit.

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