Lebenslauf – Muster und Aufbau für den tabellarischen Lebenslauf
Ein guter Lebenslauf ist tabellarisch, umgekehrt chronologisch – also mit der neuesten Station zuerst – und umfasst meist eine bis zwei Seiten. Er beginnt mit den persönlichen Daten, dann folgen Berufserfahrung, Ausbildung, Kenntnisse und auf Wunsch Interessen. Unten finden Sie ein vollständiges Beispiel zum Übernehmen.
Aufbau eines tabellarischen Lebenslaufs
Der tabellarische Lebenslauf ist in Deutschland die übliche Form. Links stehen die Zeiträume, rechts die Stationen mit kurzen Erläuterungen. So erfasst die Leserin in wenigen Sekunden, was Sie wann gemacht haben. Ein ausformulierter Lebenslauf in ganzen Sätzen wird nur noch selten verlangt – etwa wenn eine Ausschreibung das ausdrücklich nennt.
Diese Abschnitte haben sich bewährt:
- Persönliche DatenName, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand und Staatsangehörigkeit sind freiwillig.
- BerufserfahrungArbeitgeber, Ort, Position und zwei bis vier Stichpunkte zu Aufgaben und Erfolgen. Bei Schülerinnen und Schülern entfällt dieser Teil oder wird durch Praktika ersetzt.
- Ausbildung und StudiumBerufsausbildung, Studium und Schulabschluss mit Abschluss und gegebenenfalls Note.
- WeiterbildungenKurse und Zertifikate, die zur Stelle passen.
- KenntnisseProgramme, Sprachen mit Niveau, Führerschein, wenn er für die Stelle wichtig ist.
- Interessen und EngagementOptional. Lohnt sich, wenn es etwas über Sie verrät, etwa Ehrenamt oder ein Trainerschein.
Ordnen Sie die Stationen innerhalb jedes Abschnitts umgekehrt chronologisch. Das ist eine Empfehlung, keine Vorschrift – aber sie hat sich durchgesetzt, weil die aktuelle Tätigkeit für Arbeitgeber am wichtigsten ist. Bei Berufseinsteigern kann die Ausbildung vor der Berufserfahrung stehen, wenn sie aussagekräftiger ist.
- Form
- tabellarisch, Zeiträume links, Stationen rechts
- Reihenfolge
- umgekehrt chronologisch empfohlen
- Länge
- meist ein bis zwei Seiten
- Zeitangaben
- Monat und Jahr, z. B. 08/2021 – heute
- Foto
- keine Pflicht
- Format
- als PDF, gleiches Design wie das Anschreiben
Lebenslauf-Muster: Beispiel von Sarah Neumann
Das folgende Beispiel gehört zu unserem Anschreiben-Muster für eine Kauffrau für Büromanagement mit Berufserfahrung. Person und Firmen sind erfunden. Übernehmen Sie Aufbau und Stil, aber tragen Sie Ihre eigenen Stationen ein.
| Lebenslauf – Sarah Neumann | |
|---|---|
| Persönliche Daten | |
| Anschrift | Ahornweg 14, 04229 Leipzig |
| Telefon | 0176 23456789 |
| sarah.neumann@example.de | |
| Berufserfahrung | |
| 08/2021 – heute | Sachbearbeiterin Auftragsabwicklung, Möbelhaus Krüger KG, Leipzig Betreuung von rund 40 Geschäftskunden; Erfassung von Bestellungen in SAP Business One; Abstimmung von Lieferterminen mit der Logistik; Bearbeitung von Reklamationen; seit 2024 Einarbeitung neuer Kolleginnen |
| 11/2017 – 07/2018 | Aushilfe im Verkauf, Buchhandlung am Markt, Leipzig Kundenberatung, Kasse, Warenannahme (Teilzeit vor der Ausbildung) |
| Ausbildung | |
| 08/2018 – 07/2021 | Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement, Hausverwaltung Petersen GmbH, Leipzig Abschluss vor der IHK, Note 2,0 |
| 08/2009 – 06/2017 | Gymnasium, Leipzig Allgemeine Hochschulreife, Note 2,4 |
| Weiterbildung | |
| 03/2025 | Seminar „Professionell am Telefon – Beschwerden souverän lösen“ (2 Tage) |
| Kenntnisse | |
| EDV | MS Office (Word, Excel, Outlook) sehr gut; SAP Business One sehr gut |
| Sprachen | Deutsch Muttersprache; Englisch gut (B2) |
| Interessen | |
| Ehrenamt | Kassenwartin im Kleingartenverein seit 2022 |
| Leipzig, 10. Oktober 2026 | |
Beachten Sie, wie konkret die Stichpunkte sind: „rund 40 Geschäftskunden“ und „SAP Business One“ sagen mehr als „Kundenbetreuung“ und „EDV-Kenntnisse“. Die Zahlen und Programme greifen genau das auf, was im Anschreiben steht. Das vollständige Anschreiben dazu finden Sie in unserer Übersicht der Bewerbungsschreiben-Muster und als Datei unter Bewerbungsvorlagen.
Lücken im Lebenslauf erklären
Eine Lücke von ein paar Wochen zwischen Schule, Ausbildung und Job fällt niemandem auf. Längere Zeiträume ohne Eintrag werfen dagegen Fragen auf. Am besten benennen Sie sie kurz und sachlich, statt sie zu verstecken:
- Arbeitssuche: „Berufliche Neuorientierung“ oder „Arbeitssuchend, Weiterbildung in Excel“ – wenn Sie in der Zeit etwas gelernt haben, schreiben Sie es dazu.
- Elternzeit und Pflege: „Elternzeit“ oder „Pflege eines Angehörigen“ genügt. Details müssen Sie nicht nennen.
- Krankheit: „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen“ reicht; eine Diagnose gehört nicht in den Lebenslauf.
- Reisen und Sprachaufenthalte: „Work & Travel in Australien“ oder „Sprachkurs in Spanien“ zeigt Eigeninitiative.
Mogeln Sie nicht mit Zeiträumen. Wenn Sie nur Jahreszahlen angeben, um eine Lücke zu verdecken, fällt das spätestens beim Blick in die Zeugnisse auf. Monat und Jahr sind die übliche und ehrliche Angabe.
Bewerbungsfoto: keine Pflicht
Ein Foto im Lebenslauf ist in Deutschland weit verbreitet, aber keine Pflicht. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet in § 1 Benachteiligungen unter anderem wegen ethnischer Herkunft, Geschlecht, Alter oder Behinderung. Arbeitgeber sollen deshalb kein Foto verlangen. Ob Sie eines beilegen, entscheiden Sie selbst.
Wenn ja, dann ein aktuelles, professionelles Porträt, oben rechts neben den persönlichen Daten. Legen Sie ein Deckblatt mit Foto bei, lassen Sie es im Lebenslauf weg.
Unterschrift und Datum
Früher galt die Regel: Ort, Datum und eigenhändige Unterschrift gehören unter den Lebenslauf. Bei einer Bewerbungsmappe auf Papier ist das nach wie vor üblich und wirkt sorgfältig. Bei Bewerbungen per E-Mail oder über Online-Portale wird die Unterschrift heute oft weggelassen. Wer sie trotzdem setzen möchte, fügt eine eingescannte Unterschrift ein. Beides ist in der Regel in Ordnung – wichtig ist nur, dass Datum und Anschreiben zusammenpassen. Wie Sie das Datum korrekt schreiben, zeigt din5008.net zu Datum und Uhrzeit.
Form und Gestaltung
Verwenden Sie für Lebenslauf und Anschreiben dieselbe Schrift, dieselben Farben und dieselbe Kopfzeile. Eine klare Tabelle ohne viele Linien liest sich am besten. Halten Sie die Seitenränder einheitlich; Orientierung bieten die Abstände aus der Bewerbung nach DIN 5008 auf din5008.net. Speichern Sie den Lebenslauf als PDF und verschicken Sie ihn zusammen mit dem Anschreiben in einer Datei – wie das geht, erklärt die Seite Bewerbung per E-Mail.
- „2018 – 2021: Ausbildung“ ohne Betrieb und Abschluss
- Lange Fließtext-Absätze zu jeder Station
- Grundschule und alle Ferienjobs auflisten
- „08/2018 – 07/2021: Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement, Hausverwaltung Petersen GmbH, Abschluss Note 2,0“
- Zwei bis vier knappe Stichpunkte mit Zahlen
- Nur Stationen, die für die Stelle zählen
Für Schülerinnen und Schüler sieht der Lebenslauf etwas anders aus: Schule und Praktika stehen im Mittelpunkt, dazu Hobbys und Engagement. Ein passendes Anschreiben finden Sie unter Bewerbung Ausbildung. Wer den Beruf wechselt, betont im Lebenslauf übertragbare Aufgaben – mehr dazu unter Bewerbung als Quereinsteiger.
Häufige Fragen zum Lebenslauf
Wie lang darf ein Lebenslauf sein?
Meist reichen eine bis zwei Seiten. Berufseinsteiger kommen oft mit einer Seite aus, bei langer Berufserfahrung dürfen es zwei sein. Wichtiger als die Länge ist, dass jede Station zur Stelle passt.
Muss ich ein Foto in den Lebenslauf einfügen?
Nein. Ein Bewerbungsfoto ist keine Pflicht, und Arbeitgeber sollen es wegen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes nicht verlangen. Sie entscheiden selbst.
Muss der Lebenslauf unterschrieben werden?
Bei einer Bewerbung auf Papier ist eine Unterschrift mit Ort und Datum üblich. Bei Bewerbungen per E-Mail wird sie oft weggelassen oder als eingescannte Unterschrift eingefügt.
Chronologisch oder umgekehrt chronologisch?
Wir empfehlen die umgekehrt chronologische Reihenfolge, also die neueste Station zuerst. Sie ist heute am weitesten verbreitet, weil Ihre aktuelle Tätigkeit für Arbeitgeber am meisten zählt.
Welche persönlichen Daten gehören in den Lebenslauf?
Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Geburtsdatum, Familienstand, Staatsangehörigkeit oder Religion sind freiwillig.