Interne Bewerbung – Muster und Tipps für das Anschreiben
Eine interne Bewerbung ist genauso förmlich wie eine externe – nur mit anderen Stärken: Sie belegen Ihre Erfolge im Haus, zeigen, dass Sie Abläufe und Team kennen, und erklären, was Sie in der neuen Rolle bewegen möchten. Informieren Sie vorher Ihre Führungskraft und legen Sie trotzdem einen aktuellen Lebenslauf bei.
Thomas KrügerAbteilung Kundenservice, Standort Hannover
Durchwahl 0511 9876-243 · thomas.krueger@example.de
Weser Energie AG
Personalabteilung
Frau Nadine Schmitt
im Haus
Hannover, 10. Oktober 2026
Interne Bewerbung als Teamleiter Kundenservice
Stellenausschreibung im Intranet vom 1. Oktober 2026
Sehr geehrte Frau Schmitt,
mit großem Interesse habe ich die Ausschreibung für die Teamleitung im Kundenservice gelesen. Ich arbeite seit sieben Jahren in diesem Team und bewerbe mich hiermit auf die Stelle.
In dieser Zeit habe ich alle Bereiche des Kundenservice kennengelernt: Telefon, schriftliche Anfragen und seit 2023 die Bearbeitung von Beschwerden, die eskaliert sind. Seit zwei Jahren vertrete ich unsere Teamleiterin während ihres Urlaubs. Dabei plane ich die Schichten für 14 Kolleginnen und Kollegen und führe die wöchentliche Teambesprechung.
Im vergangenen Jahr habe ich die Einarbeitung neuer Mitarbeitender neu gegliedert und einen Leitfaden für die ersten vier Wochen geschrieben, der heute im ganzen Standort genutzt wird. Die interne Weiterbildung „Führen ohne Vorgesetztenfunktion“ habe ich im Frühjahr abgeschlossen.
Ich kenne die Abläufe, die Systeme und das Team – und ich weiß, wo wir noch besser werden können. Meine Vorgesetzte, Frau Ludwig, ist über meine Bewerbung informiert. Über ein Gespräch freue ich mich.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Krüger
Anlagen: Lebenslauf, Zwischenzeugnis, Teilnahmebescheinigung Weiterbildung
Was eine interne Bewerbung besonders macht
Bei einer internen Bewerbung kennt man Sie bereits. Das ist Vorteil und Risiko zugleich. Die Personalabteilung und die künftige Führungskraft wissen, wie Sie arbeiten, und können Kolleginnen und Kollegen nach ihrer Meinung fragen. Gleichzeitig erwarten sie, dass Sie sich die gleiche Mühe geben wie eine externe Bewerberin. Wer nur eine kurze Mail schreibt („Ich hätte Interesse an der Stelle“), verschenkt seine Chance.
Gehen Sie deshalb vor wie bei jeder anderen Bewerbung: Ausschreibung genau lesen, Anforderungen mit Ihren Erfahrungen abgleichen, ein Anschreiben von höchstens einer Seite schreiben. Den klassischen Aufbau mit Betreff, Anrede, Einleitung, Hauptteil und Schluss erklärt unsere Seite Aufbau des Bewerbungsschreibens. Der Unterschied liegt im Inhalt: Sie müssen sich nicht vorstellen, sondern zeigen, warum Sie der nächste Schritt sind.
In sechs Schritten zur internen Bewerbung
- Ausschreibung und Verfahren klärenLesen Sie im Intranet oder am Aushang nach, bis wann und bei wem Sie sich bewerben. Manche Unternehmen haben eigene Regeln für interne Wechsel, etwa eine Mindestzeit in der bisherigen Position oder ein internes Formular.
- Führungskraft informierenWir empfehlen, mit Ihrer jetzigen Vorgesetzten zu sprechen, bevor die Bewerbung bei der Personalabteilung liegt. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
- Erfolge sammelnNotieren Sie Projekte, Kennzahlen, Verbesserungen und Vertretungen der letzten Jahre. Belege wie ein Zwischenzeugnis oder Weiterbildungsnachweise helfen.
- Anschreiben verfassenKonzentrieren Sie sich auf das, was die neue Stelle verlangt, und verbinden Sie es mit Beispielen aus dem Haus.
- Lebenslauf aktualisierenAuch wenn die Personalabteilung Ihre Akte kennt: Ein aktueller Lebenslauf zeigt Ihren Werdegang auf einen Blick.
- Auf das Gespräch vorbereitenRechnen Sie mit Fragen wie „Was würden Sie im Team ändern?“ oder „Wie gehen Sie damit um, künftig ehemalige Kollegen zu führen?“.
Vorgesetzte vorher informieren
Ob Sie Ihre Führungskraft vorab einweihen müssen, regelt jedes Unternehmen selbst. Unabhängig davon ist es fast immer klug. Erfährt Ihre Vorgesetzte über Dritte von der Bewerbung, fühlt sie sich leicht übergangen – und das belastet die Zusammenarbeit, falls es mit der neuen Stelle nicht klappt. Ein offenes Gespräch zeigt dagegen Loyalität. Oft unterstützt die Führungskraft den Wechsel sogar, etwa mit einer Empfehlung.
Formulieren Sie das Gespräch positiv: Sie möchten sich weiterentwickeln, nicht vor etwas fliehen. Im Anschreiben genügt am Ende ein kurzer Satz wie „Meine Vorgesetzte, Frau Ludwig, ist über meine Bewerbung informiert.“ So weiß die Personalabteilung, dass sie offen mit Ihrer Abteilung sprechen kann.
Kritisieren Sie im Anschreiben weder Ihre jetzige Führungskraft noch Ihr Team. Die Bewerbung bleibt im Haus, und Sätze wie „In meiner Abteilung komme ich nicht weiter“ können bei den falschen Personen landen.
Erfolge im Haus konkret belegen
Ihr größter Vorteil gegenüber externen Bewerbern: Sie können Beispiele nennen, die man intern überprüfen kann. Nutzen Sie das. Statt „Ich bin teamfähig und engagiert“ schreiben Sie, welches Projekt Sie geleitet, welchen Ablauf Sie verbessert oder welche Kolleginnen Sie eingearbeitet haben. Zahlen machen es greifbar: Anzahl betreuter Kunden, Größe des Teams, das Sie vertreten haben, eingesparte Zeit.
Gehen Sie dabei auf die Anforderungen der neuen Stelle ein. Wer sich auf eine Teamleitung bewirbt, zeigt Führungserfahrung – zum Beispiel durch Urlaubsvertretungen, Einarbeitung oder die Moderation von Besprechungen. Wer in eine Fachabteilung wechseln will, nennt Berührungspunkte mit dieser Abteilung und erklärt, was er dort schon gelernt hat. Hilfreiche Wendungen dafür finden Sie unter Bewerbung Formulierungen.
Den Lebenslauf trotzdem beilegen
Viele verzichten bei einer internen Bewerbung auf den Lebenslauf, weil „die ja alles wissen“. Das stimmt selten. Die Fachabteilung, bei der Sie sich bewerben, kennt Ihre Personalakte nicht, und die Personalabteilung hat vielleicht nicht jede Weiterbildung erfasst. Ein aktueller Lebenslauf mit Ihren Stationen im Unternehmen – inklusive Aufgaben je Position – macht die Entscheidung leichter. Ein Zwischenzeugnis können Sie beilegen, wenn es aktuell und gut ist.
Sätze zum Kopieren
- Mit großem Interesse habe ich die interne Ausschreibung für die Stelle als Projektleiterin gelesen und bewerbe mich hiermit.
- Seit fünf Jahren arbeite ich in der Buchhaltung unseres Standorts und kenne die Abläufe zwischen Einkauf, Lager und Vertrieb aus erster Hand.
- Seit 2024 vertrete ich unseren Teamleiter während seiner Abwesenheit und plane in dieser Zeit die Einsätze für zwölf Kolleginnen und Kollegen.
- Den Leitfaden für die Einarbeitung neuer Mitarbeitender, den ich im vergangenen Jahr erstellt habe, nutzt heute die gesamte Abteilung.
- In der neuen Aufgabe möchte ich meine Erfahrung aus dem Kundenservice einsetzen, um die Zusammenarbeit mit dem Vertrieb zu verbessern.
- Meine Vorgesetzte ist über meine Bewerbung informiert und unterstützt meinen Wechsel.
- Über ein Gespräch, in dem ich meine Ideen für das Team vorstellen kann, freue ich mich.
Für den letzten Absatz finden Sie weitere Varianten auf der Seite Schlusssatz der Bewerbung.
So nicht – so besser
- Wie Sie ja wissen, arbeite ich schon lange hier.
- Ich möchte unbedingt aus meiner Abteilung weg.
- Seit sieben Jahren arbeite ich im Kundenservice und habe dort alle Kanäle von Telefon bis Beschwerdemanagement betreut.
- Nach sieben Jahren im Kundenservice möchte ich mehr Verantwortung übernehmen und mein Wissen in der Teamleitung einbringen.
- Eine formlose Mail an die Führungskraft der Zielabteilung, ohne Anschreiben und Lebenslauf.
- Eine vollständige Bewerbung auf dem Weg, den die Ausschreibung nennt – mit Anschreiben, Lebenslauf und passenden Nachweisen.
Form: Anschrift, Betreff und Versand
Als Empfänger nennen Sie die Personalabteilung und die zuständige Person, statt der Straße genügt „im Haus“. Im Betreff stehen das Wort „Interne Bewerbung“, die Stelle und die Fundstelle der Ausschreibung, zum Beispiel „Stellenausschreibung im Intranet vom 1. Oktober 2026“. Statt der Privatanschrift können Sie im Briefkopf Abteilung, Standort und Durchwahl angeben. Wie Briefkopf und Abstände nach Norm aussehen, zeigt din5008.net: Bewerbung nach DIN 5008 – Abstände und Ränder.
Viele Unternehmen nehmen interne Bewerbungen per E-Mail oder über das Bewerbermanagement im Intranet entgegen. Dann gelten die Regeln aus unserer Seite Bewerbung per E-Mail: Anschreiben und Anlagen als eine PDF-Datei, klarer Betreff, kurzer Begleittext. Wenn Sie den Entwurf lieber Schritt für Schritt aufbauen, hilft der Anschreiben-Generator mit dem Anlass „Interne Bewerbung“.
Wenn es nicht klappt: Absage professionell nehmen
Eine interne Absage fühlt sich oft persönlicher an als eine externe, denn Sie begegnen den Beteiligten am nächsten Tag in der Kaffeeküche. Bleiben Sie gelassen und freundlich. Bitten Sie um ein kurzes Feedbackgespräch: Was hat gefehlt, und woran können Sie arbeiten? Vereinbaren Sie mit Ihrer Führungskraft, welche Aufgaben oder Weiterbildungen Sie auf die nächste Gelegenheit vorbereiten. Wer eine Absage souverän annimmt und dem neuen Kollegen fair begegnet, empfiehlt sich für die nächste Ausschreibung.
Häufige Fragen zur internen Bewerbung
Muss ich meinen Chef über eine interne Bewerbung informieren?
Das hängt von den Regeln in Ihrem Unternehmen ab. Wir empfehlen es in jedem Fall: Ein offenes Gespräch vorab verhindert, dass Ihre Führungskraft von Dritten davon erfährt, und erhält das Vertrauen, falls Sie in der Abteilung bleiben.
Brauche ich bei einer internen Bewerbung einen Lebenslauf?
Ja, wir raten dazu. Die Fachabteilung kennt Ihre Personalakte meist nicht. Ein aktueller Lebenslauf zeigt Ihre Stationen im Unternehmen und Ihre Weiterbildungen auf einen Blick.
Wie beginne ich eine interne Bewerbung?
Nennen Sie im ersten Satz die Ausschreibung und Ihre jetzige Position, zum Beispiel: „Mit großem Interesse habe ich die Ausschreibung für die Teamleitung gelesen. Ich arbeite seit sieben Jahren in diesem Team und bewerbe mich hiermit auf die Stelle.“
Kann ich die Anrede „Liebe Kollegin“ verwenden?
Besser nicht. Auch wenn Sie sich duzen, bleibt die Bewerbung ein offizielles Schreiben, das in die Personalakte kommt. „Sehr geehrte Frau …“ ist die sichere Wahl.